Was ist TangSooDo

 

Tang Soo Do

Tang[Kara]

Soo[Te]

Do

 

SchwertkämpferBudo-Kämpfer

Was ist Tang Soo Do:  

Das traditionelle Kampfkunstsystem des Tang Soo Do stammt aus Korea, es entstand aus dem Hwa Rang Do aus der Zeit der drei Königreiche, also vor etwa 2000 Jahren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kampfkunst weiter und trat unter anderem unter den Namen Moo Sul, Kyuck Too Ki, Soo Bahk Ki, Soo Bahk Do, Soo Byuck Ki, Taek Kyun und weiteren auf. Nach dem Ende der japanischen Besatzung 1945 blühten die Kampfkünste in ganz Korea wieder auf, es entstanden zahlreiche verschiedene Stilrichtungen und unterschiedlichste Verbände wurden gegründet.
1965 wurden die koreanischen Kampfkünste von der politischen Führung des Landes vereinigt und zur modernen Wettkampfsportart Tae Kwon Do zusammengeführt. Diese Entwicklung wurde jedoch nicht von allen akzeptiert und so wurde neben Tae Kwon Do auch Moo Duk Kwan Tang Soo Do, die traditionelle Stilrichtung des Meisters Hwang Kee (*1914 +2002) weiter praktiziert. Während Tae Kwon Do aber als die koreanische Kampfsportart nach außen hin gefördert wurde und sich rasch weltweit verbreitete, gelang es Tang Soo Do erst wesentlich später, über die Grenzen Koreas hinauszudringen.
Ein Schüler von Meister Hwang Kee, Meister Jae Chul Shin, war es schließlich, der 1968 in den USA zunächst die United States Tang Soo Do Federation und später nach der Verbreitung dieses Verbandes die World Tang Soo Do Association gründete und Tang Soo Do zu der Kampfkunst machte, die wir heute ausüben.

Die Inhalte sind unter anderem:


Schlag und Stoßtechniken mit Hand und Fuß

 

 

Charakteristisch für Tang Soo Do sind seine effektiven Fußtechniken und die Vielfalt an Handtechniken. Es gibt etwa 10 Grundfußtechniken und 15 Grundhandtechniken, die in Abwandlungen und Kombinationen mit den 3 Grundstellungen und den 5 Trefferebenen ein breites Spektrum an Abwehr– und Angriffstechniken abdecken.
 

Traditionelle Formen


Eine Hyung (=Bewegungsform, Schrittmuster) symbolisiert einen stilisierten Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, der einem bestimmten vorgegebenen Ablauf von Bewegungen folgt. Hyungs haben verschiedene "Themen" und einen bestimmten Charakter, wie z.B. Bassai (=Die Festung stürmen), eine schnelle, dynamische Form mit hohem Anspruch an Koordination und präzisen Techniken oder Naihanchi (=Reiter auf dem Pferd), eine ungemein wuchtige, kraftvolle Form, die körperliche Stärke betont.
Die Hyungs des Tang Soo Do haben ihren Ursprung in China und ähneln den Katas des traditionellen Okinawa Karate.
 

Waffentechniken und Waffenformen


Im Tang Soo Do werden folgenden Waffen verwendet:
Von fortgeschrittenen Schülern ab Grüngurt der Bong (=Langstock). Von Danträgern das Dan Gum (=Messer) und das Jang Kum (=Schwert).
Die Übungen mit diesen Waffen verbessern Raumgefühl, Koordination und Konzentration.
Die Waffentechniken des Tang Soo Do kommen ebenso wie die Hyungs aus China und ähneln denen der Wu-Shu-Formen.

Waffen werden niemals im echten Kampf eingesetzt!
 

Selbstverteidigung

Ho Sin Sul (=Selbstverteidigung) im Tang Soo Do umfasst verschiedene effektive Hebel und Befreiungstechniken aus Griffen und Umklammerungen sowie Abwehrtechniken gegen Fuß-, Faust-, und Messerangriffe.
 

Freikampf im Leichtkontaktsystem


Beim Ja Yu Dae Ryun (Freikampf-Sparring) werden Schützer an Händen und Füßen, Helm, Mund- und Tiefschutz getragen. Erlaubt sind Treffer zwischen Gürtel und Hals sowie Fußtechniken zum Kopf. Ziel des Freikampfs ist es nicht, den Gegner zu verletzen oder bewusstlos zu schlagen, sondern zu demonstrieren, dass eine Technik sauber und hart hätte treffen können. Praktisch werden die Techniken also schnell, aber nicht hart ausgeführt, im Idealfall einige Millimeter vor dem Gegner gestoppt.
Der Freikampf wird nur von höheren Gurten bei Prüfungen abverlangt und wird (freiwillig) auf Meisterschaften ausgeübt.

Das Training ist vorwiegend auf die Schulung von Geist und Körper ausgerichtet. Die Disziplinen im Wettkampf umfassen Waffen, Formen, Freikampf (Leichtkontakt), Kreativität und für Danträger auch Bruchtest.

Tang Soo Do ist kein Kampfsport, sondern eine Kampfkunst, da es zu seiner vollendeten Beherrschung nicht nur jahrelanger Übung, sondern auch Kreativität und Sinn für Harmonie bedarf. Das Kampfkunst-Training ist ein Mittel zum Gleichgewicht von Körper und Seele, ein Lebensweg für jedes Alter und Geschlecht. Der sportliche Aspekt dient dem körperlichen Ausgleich und somit dem ausgewogenen inneren Gleichgewicht. Zum einen ist Tang Soo Do nicht nur Kampf - vor allem mit sich selbst - , sondern auch Kunst und somit Philosophie und Lebenseinstellung.

Zu den wichtigsten Inhalten, die vermittelt werden, gehören unter anderem:

  • Der größte Kampf ist der mit sich selbst.
  • Der Kampf dient nur der Selbstverteidigung im Notfall.
  • Der beste Kampf ist der vermiedene Kampf.

Ausdruck dieser Philosophie sind auch die 5 Gebote (Gebote und Grundsätze), die auf den "Regeln menschlichen Verhaltens" des buddhistischen Mönchs und Gelehrten Wonkang beruhen.

Man übt und praktiziert die Kampfkunst des Tang Soo Do nicht nur im Training, sondern lebt sie auch im Alltagsleben, und zwar sowohl die technische Seite, das Moo Sul (in etwa: Kampf/ Verteidigung gegen Andere), als auch die nicht-technische, das Moo Do (in etwa: Kampf gegen den Gegner in sich selbst), um Körper, Geist und Seele zu fördern und eine reifere Persönlichkeit zu entwickeln.

Tang Soo Do hat sich im Laufe von circa 2000 Jahren als eine Form der Förderung von Körper, Geist und Seele und somit der Persönlichkeit entwickelt.

Der Tang Soo Do Betreibende ist Mitglied in einer brüderlichen und schwesterlichen Gesellschaft. Das regelmäßige, gemeinsame Training bindet ihn in eine Gemeinschaft Gleichgesinnter ein, die ihm das Gefühl der Zugehörigkeit und nicht allein gelassen sein vermittelt. Gemeinsam lernt man, Schwierigkeiten zu überwinden und zu meistern.

Alle Tang Soo Do Betreibende erfahren nach längerem, regelmäßigem Training an sich selbst, dass sie ruhiger und ausgeglichener geworden sind, und es ihnen leichter fällt, mit ihren Problemen besser fertig zu werden.